Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker – oder lesen Sie diesen Beitrag:

 Oft wirft man uns Bloggern vor, wir würden nur über Banalitäten schreiben. Fashion, Food, Travel, Lifestyle. Und dabei die wirklich wichtigen Dinge im Leben außer Acht lassen. Abgesehen davon, dass Fashion und auch Food (Ich meine hallo!? Essen ist lebensnotwendig!) durchaus auch wichtige Themen sind ?! Wer mich kennt und mir schon länger folgt, der weiß, dass dem überhaupt nicht so ist. Oft genug beschäftige ich mich mit auch mit ernsthafteren Themen. Viele von euch stellen mir beispielsweise täglich Fragen dazu, wieso ICH nicht mehr mit der Pille verhüte und genau darum, soll es in diesem Beitrag gehen.

 Seit ich 13 Jahre alt war, habe ich die Pille genommen. Grund hierfür waren meine extrem starken Regelschmerzen. Selbst in Zeiten, in denen ich mir die Pille nicht leisten konnte und daher ein oder zwei Wochen lang auf sie verzichten musste, hatte ich sieben Tage lang schlimme Schmerzen. Daher dachte ich immer, dass es ohne Pille einfach nicht geht. Ich dachte, dass ich mein Leben lang die Pille nehmen muss und habe das vorerst auch nicht mehr hinterfragt.

 Während der Pubertät habe ich dann gemerkt, dass ich starke Stimmungsschwankungen habe. Vor vier Jahren begannen zudem meine Panikattacken, gegen die ich jahrelang angekämpft habe & manchmal sogar noch ankämpfen muss (hier findet ihr meinen etwas älteren Blogbeitrag dazu). Ich reagierte extrem auf Stress und war sehr emotional. Außerdem war ich super müde, träge und schläfrig. Ich hätte zwei Mittagsschläfchen halten können und wäre dennoch abends um zehn Uhr wieder müde gewesen. Kurzum: Mir fehlte total die Energie!

 Ich habe alles probiert, das zu ändern – ohne Erfolg. Mit 18 habe ich den Nuvaring getestet, weil ich dachte, dieser würde nur punktuell wirken. Dem war jedoch leider nicht so. Tatsächlich wirkt dieser hormonell nicht anders als die Pille und so war ich einem Irrglauben aufgesessen und wechselte bald wieder zur Pille. Diese brachte jedoch die bereits beschriebenen Nebenwirkungen weiter mit sich.

 Nebenwirkungen, die ich vor sieben Monaten dann nicht länger akzeptieren wollte. Also entschloss ich mich dazu, die Pille endgültig abzusetzen. Denn meine Vermutung war, dass all die negativen Schwingungen in meinem Leben mit den Hormonen der Pille zusammenhängen mussten. Und ich sollte Recht behalten! Und ja sicher Mädels, die Pille hatte auch so ihre Vorteile – das möchte ich nicht verleugnen – keine Schmerzen und zudem ein schönes Hautbild – was ein Traum, nicht? Doch die negativen Auswirkungen überwiegen in meinen Augen…

Als ich die Pille abgesetzt habe, erwartete ich gleich am ersten Tag die große Erleuchtung. Das Warten auf Besserung war fast so schlimm wie das Warten auf die heissbegehrte Pizzalieferung. Doch zwei Monate lang spürte ich überhaupt keine Veränderung. Dann ‚endlich‘ passierte was.  Aber irgendwie nichts Gutes .. meine Haut wurde extrem fettig. Man könnte sagen, es triefte mir von der Stirn. Vorsicht, nicht heiß, nur fettig! Ich habe immer geglänzt wie eine Speckschwarte. Nach drei Monaten wurde meine Haut dann wirklich katastrophal. Den Zustand meiner Haut würde ich sogar als Akne-ähnlich bezeichnen. Ich war kurz davor, die Pille wieder zu nehmen. Doch ich bin stark geblieben, habe die verschiedensten Dinge wie zum Beispiel Needeling ausprobiert und bin auf Produkte für sensible Haut umstiegen (hierzu wird ein eigener Blogbeitrag folgen). Beides hat mir sehr geholfen. Meine Haut hat sich mittlerweile auch selbst reguliert und ist heute nach sieben Monaten ohne Hormone in einem akzeptablen Zustand, von ein paar Pickeln abgesehen. Aber hey, diejenige ohne Pickel werfe den ersten Stein…

 Meine Angst beim Absetzen galt allerdings nicht irgendwelchen Äußerlichkeiten, sondern vor allem den Regelschmerzen – leider zurecht. Ich konnte mich tatsächlich anfangs kaum bewegen und war komplett außer Gefecht gesetzt. Was mir hier geholfen hat, waren Wärmepflaster, die ich wirklich nur empfehlen kann und außerdem Buskopan und teilweise auch Schmerztabletten. Es war & ist wirklich ein harter Kampf. Männer können sich das nicht vorstellen, aber Mädels, ich denke die meisten von euch wissen, was ich meine. Was ich mittlerweile sagen kann: Es wird besser. Sieben Monate nach Absetzen der Pille ist es tatsächlich mit jedem Mal weniger schlimm. Die Schmerzen habe ich meistens nur noch zwei Tage, anstelle des gesamten Zeitraums. Es geht also bergauf! Trotzdem beobachte ich momentan meine Periode, um sicher zugehen, dass ich Endometriose ausschließen kann, da die Intensität der Schmerzen anhält. Einen geregelten Zyklus hatte ich übrigens glücklicherweise von Anfang an.

 Ein weiterer Schockmoment war, als ich das erste Mal Haarausfall bei mir bemerkte. Ich hatte teilweise das Gefühl eine dritte Katze aus dem Abfluss gerettet zu haben. Doch keine Panik, auch das hat sich mittlerweile komplett gelegt, was ich unter anderem Quickcap verdanke. Der Körper benötigte einfach seine Zeit, bis die Hormone aus dem Körper heraus sind und er sich umgestellt hat. Da hilft nur Geduld und durchhalten, denn das ist (fast) alles nur temporär!

 Das einzige, was sich tatsächlich dauerhaft verändert hat, ist meine Körbchengröße. Diese ist um zwei (!) Größen geschrumpft. Das ist etwas, was mir zwar nicht wirklich zu schaffen macht, da mein Selbstbewusstsein schließlich nicht von der Größe meiner Oberweite abhängt. Dennoch finde ich es sehr schade, da ich mich vorher so wohl gefühlt habe, wie ich war. Mir passt tatsächlich heute kein einziger BH mehr, der vor sieben Monaten noch passte!

 Doch auf der Pro-Seite steht soviel mehr: Meine Müdigkeit, die Panikattacken, meine Emotionalität und auch die Stimmungsschwankungen – all das hat sich extrem gebessert und ist teils sogar komplett verschwunden. Es hatte also definitiv mit der Pille zu tun, daher war es für mich die absolut richtige Entscheidung umzusteigen.

Ich habe ein ganz neues Lebensgefühl, viel mehr Freude und Power für den Alltag. Ich habe das Gefühl meinen Körper nochmal neu kennengelernt zu haben – und ja es ändern sich einige Äußerlichkeiten, aber ich würde es alles gegen meine jetzige Verfassung eintauschen wollen. Und seien wir mal ehrlich: was kann man heute nicht alles ändern lassen, wenn man es wirklich möchte?

 Ich muss allerdings noch einmal klarstellen, dass ich hier niemanden dazu ermutigen möchte, nicht mehr zu verhüten! Es geht einzig und allein um hormonelle Verhütung, zu der es meiner Meinung nach gute Alternativen gibt. Ich persönlich habe mich für die wohl einfachste Variante entschieden: Kondome. Denn nein, Verhütung ist nicht nur Frauensache. Lasst euch bloß nicht so einen Quatsch einreden.

 Ich predige immer wieder, dass es nicht reicht, gut auszusehen, man muss sich auch gut fühlen. „Happy girls are the prettiest girls“  heißt es nicht umsonst. Und ich kann nur festhalten: Seit ich die Pille abgesetzt habe, fühle ich mich deutlich wohler.

Wichtig für euch zu wissen  ist, dass dieser Betrag einzig und alleine meine persönlichen Erfahrungen mit und ohne Hormone im Leben beschreibt. Das kann sich natürlich bei jedem anders auswirken!

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Hormone-free contraception – Why I stopped taking the pill

There are different methods of contraception. But which method of contraception suits me?

This text aims to share my experiences with everyone who wants to know more about why I started using hormone-free-contraception. The type of contraception that works best for you will depend on you. Speaking for myself, I prefer hormone-free contraception. But it was a long way for me to get to this point. I´ve been taking the oral contraceptive pill, which is usually just called „the pill“, since I was thirteen. It contains artificial versions of female hormones oestrogen and progesterone and these hormones are the reason why I stopped taking the pill seven months ago. This is due to the fact, that I came to the conclusion, that it had a lot of negative side effects on my physical and especially my mental health.

While contracepting with the pill, I did not suffer from abdominal pains and cramps at all and my skin looked totally fine. However, I suffered from side effects including mood swings, tiredness, listlelessnes and even panic attacks. This is why I stopped taking the pill and started using condoms. Shortly after quitting, my skin turned into a disaster. I had oily skin and even some form of acne. In addition to that, I suffered from hair loss and heavy cramps.

However, I do not regret to quit using the pill, as all these effects were just temporary. Today, about seven months after having stopped, my skin and hair are fine and even the pain during my period got less. There´s just one thing, I mourne: My cupsize! It got two numbers smaller.

However, I do feel so much better now, because I don´t have any mood swings or panic attacks anymore. I do not feel tired all day long, which is so much more important, than one or two pimples in my face and those cramps. Please keep in mind, that I do not want to invite anyone, to stop using contraception! I just want to share my personal experience with hormone-free contraception with you, as I´ve gotten asked about it a lot.